FamilienErgo-Coaching unterscheidet sich von anderen Elterntrainings dadurch, dass zunächst die Schulvorbereitung und die Alltagskompetenz des Kindes und nicht mögliche Defizite bei den Eltern im Vordergrund stehen. Die Fokussierung auf die Schulvorbereitung und die Alltagskompetenz bietet folgende Vorteile:
Viele Eltern suchen keine Hilfe, weil Sie zutiefst verunsichert sind und befürchten, auf diesem Gebiet negativ bewertet zu werden. Die Anleitung zur Förderung in kleinsten Schritten führt meist zu einer positiven Verstärkung zwischen Eltern und Kind (siehe Abbildung 2). Bei der interessierten Nachfrage "Welche Erfahrungen haben Sie denn mit der Anziehstraße gemacht?" thematisieren Eltern dann häufig von sich aus noch vorhandene Erziehungsschwierigkeiten. Damit geht die Initiative zur Erziehungsberatung aber von den Eltern aus, so dass Erzieher/MFA nicht in die Situation kommen, ungebetene Ratschläge zu erteilen.
Die Sorge um den Schulstart des Kindes ist für viele Eltern ein wichtiger Motivationsfaktor. Erzieher und MFA können bei diesem Thema mit den Eltern an einem Strang ziehen. So wird eine Polarisierung (hier die Experten, da die hilfsbedürftigen Eltern) vermieden. Die Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe steht im Vordergrund.

Die Eltern lernen mit FamilienErgo, dass die Tätigkeiten, die sie selbst problemlos ausführen können (wie Anziehen und Einkaufen), eine Schatzkiste für die Förderung der kindlichen Entwicklung darstellen. Eltern erleben, dass ihre Bildung ausreichend ist, um dem Kind die wichtigsten Impulse für einen guten Schulstart zu geben.
Dieser Satz von Maria Montessori gilt nicht nur für die Pädagogik bei Kindern, sondern analog auch für die Beratung der Eltern. Kinder lernen durch eigenes Handeln, Ermutigung und Erfolg (Abb.2: linker Teil), aber auch Eltern benötigen positive Rückmeldung und Bestätigung (Abb.2: rechter Teil). Im Idealfall entwickeln sich diese Kreisläufe gegenseitig.
