Corona-was TUN!

1. Kinder sind weit weniger ansteckend als gedacht - die DAKJ fordert die Öffnung von Schule und Kitas

Kitas schliessen, um Corona zu kontrollieren ist wie Hybridfahrzeuge verbieten, um die Innenstadtluft zu verbessern!

Bis vor kurzem habe ich geglaubt, dass Menschen, die sich vor dem Betreten einer Bank eine Maske anziehen, Bankräuber sind und dass Kinder einer der Hauptverbreiter von Virusinfekten sind. Beides stimmt in der Coronazeit nach heutigem Wissen nicht. Maskentragende Bankbesucher sind in der Regel besonders verantwortungsbewusste Menschen und Kinder scheinen Coronaviren eher selten auf andere Kinder oder Erwachsene zu übertragen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) , der Dachverband aller Kinder- und jugendärztlichen Verbände nach Sichtung der verfügbaren Literatur. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/fileadmin/pdf/BVKJ_Stellungnahmen___Pressemeldungen_-_Co/2020_PM-Stellungnahmen_BVKJ/2020-05-18_Covid-19_Kinder_Stellungnahme_DGKH_18_05_2020_final.pdf

Die Verbreitung dieses Wissens ist nicht nur für die Entscheidungsträger wichtig, sondern auch für 

-  Eltern (die Unglaubliches leisten mussten und jetzt lauter fordern dürfen, dass Kitas und Schulen wieder für alle öffnen.

-  Menschen, die beruflich mit Kindern arbeiten und sich Sorgen gemacht haben, ob sie wieder in den Schul/Kitadienst zurückgehen, wenn sie ein früher asthmakrankes Kind zu Hause habe. In der Praxis haben wir viele Anrufe in diese Richtung erhalten, inzwischen spricht es sich ja herum, dass auch Kinder mit chronischen Erkrankungen (sogar mit Krebs in New York!)) eher selten ernsthaft an Corona erkranken und auch diese Sorge unbegründet ist.

-  Großeltern, die unter der Trennung von den Enkeln ebenso leiden wie ihre Enkel. Wenn man sich einmal vorstellt, wie ein Kind voll Wiedersehensfreude in die Arme der Oma läuft (und die Oma ein bisschen „Knie“ hat und nicht mehr ganz in die Hocke kommt) dann sind das ideale Partner. Das Kind birgt sein Gesicht in Bauch oder Brust der Oma (je nach Alter)  - da kann es ruhig hinatmen, da wird nichts passieren, die Oma wird den Pulli danach nicht essen oder ablecken. Danach gucken die beiden auf dem Balkon oder einer Bank im Freien auf Omas Schoß ein Buch zusammen an, in der Praxis nennen wir das „Bauch-Rücken-Schmusen“. Das Kind atmet nach vorne weg und selbst, wenn es Husten oder Niesen müsste, verweht der Wind potentielle Viren. 

Natürlich muss man weiter achtsam sein. Ich würde Senioren mit Risikofaktoren im Moment nicht raten, das Kind ins Gesicht zu küssen (das finden die oft eh nicht so toll…) oder ein Eiscafé zu besuchen, wo man dann doch schnell in Versuchung kommt, dem Kind zu assistieren und danach mal kurz die Finger abzulecken.

In der  Stellungnahme der DAKJ hat mich besonders der Fall des 9jährigen französischen Kindes beeindruckt, das bei 182 Kontakten in 3 Schulen und einer Skischule kein einziges Kind mit Corona ansteckte, wohl aber mit anderen Erkältungsviren.

Oder die Schweizer Arbeitsgruppe, die nach Analyse von 15 Ländern fand, dass Schulschließungen den zweitniedrigsten Effekt auf die Infektionsausbreitung haben. Das brachte mich zu dem Vergleich mit den Hybridfahrzeugen. Hybridfahrzeuge können auch Emissionen ausstossen - aber deutlich weniger als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Wenn man die Innenstadtschadstoffe senken will, wäre die Maßnahme mit dem zweitniedrigsten Effekt wahrscheinlich das Verbot von Hybridfahrzeugen - und die am wenigsten effektive Maßnahme das Verbot von vollelektrischen Autos. Kein Bürgermeister würde als Erstes die Hybridfahrzeuge verbannen und als letztes wieder zu lassen - aber genau das ist mit den Kitas und anderen Einrichtungen für Kinder und Familien passiert. 

Dafür kann niemand etwas. Alle sind erstmal davon ausgegangen, dass Kinder wesentlich zur Verbreitung von Corona beitragen, weil das in der Grippesaison so ist. Aber jetzt gilt es, die Verhältnismäßigkeit von Einschränkungen zu dem erwarteten Effekt zu prüfen - und da bietet die Stellungnahme der DAKJ eine solide Faktensammlung auf dem Stand der Erkenntnisse. 

2. Kinder gut betreuen

Sie machen Home-Office, die Kinder nörgeln rum und brauchen Bewegung, sie dürfen, wollen oder können aber nicht auf den Spielplatz? Machen Sie die Online-Version der Wohnzimmersafari der Niedersächsichen Kinderturnstiftung - fördert Bewegung, Geschicklichkeit und Interaktion und kann mit einer Decke in jedem Wohnzimmer gespielt werden. 
Und danach machen Sie den Haushalt zusammen: Sie spielen das Sockenmemory, machen ein Wettrennen um das Ausräumen der Spülmaschine und schnibbeln den Obstsalat zusammen: FamilienErgo nenen das die Kinderärzte. Hier können Sie das FamilienErgo-Familienset mit 14% 14-Tage-Kita-Schließungs-Rabatt bestellen - wir versenden täglich.

3. Schnell wieder gesund werden von Corona und Grippe - durch Fieber!

Seit Jahrmillionen müssen sich Lebewesen mit neuen Infektionen auseinandersetzen. Die Natur hat speziell für den Kampf mit neuen Erregern eine Wunderwaffe erfunden: Das Fieber. Dennoch greifen die meisten Deutschen als erstes zu fiebersenkenden Mitteln wie Paracetamol und Ibuprofen, wenn Kinder oder Erwachsene krank sind.

Bei Nagern wie Kaninchen hat man nachgewiesen, dass sie bei 40 Grad bis zu 200 Mal schneller mit (Polio-) Viren fertig werden als bei Normaltemperatur. Selbst die Gartenbohne erhöht ihre Blatttemperatur, um Schädlinge schneller los zu werden, wie der Übersichtsartikel aus Nature Immunology bereits 2015 zusammenfasst. Nur die Spezies homo sapiens, die sich selbst für so superschlau hält, senkt die Temperatur und bringt sich damit um viele Vorteile.

Es gibt inzwischen eine Anzahl Studien, die belegen, dass man mit Fieber schneller gesund wird. Seit 24 Jahren suche ich eine Untersuchung, die jemals gezeigt hätte, dass Fiebersenkung den Verlauf einer Erkrankung positiv beeinflusst - und finde keinen, obwohl ich schon viele Kollegen dazu befragt habe. Und ebenfalls seit 24 Jahren empfehle ich über Zehntausend Eltern in der Praxis mit weit über 100.000 Fieberepisoden, die Kinder fiebern zu lassen- und es ist noch kein Kind durch Fieber geschädigt worden.

Dabei sind auch Temperaturen von über 40 Grad nicht gefährlich für Kinder oder Erwachsene. Seit Jahrmillionen schützen im Körper von Mensch und Tier  sogenannte Hitzeschockproteine die körpereigenen Eiweiße vor dem Gerinnen. Das gilt selbst für lebensbedrohliche Erkrankungen.  In einer Studie war die Überlebenswahrscheinlichkeit einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung umso höher, je höher die Temperatur bei Aufnahme in die Notfallambulanz war.

Alles zu Fieber bei Kindern, Fieberangst und Fieberkrämpfen und die Warnhinweise zu medizinischen Informationen im Internet finden Sie HIER.

HINWEIS: dieser Artikel unterstützt NICHT die leider weit verbreiteten fake news, dass die Einahme von Ibuprofen die Sterblichkeit an Corona erhöhen soll. Das ist frei erfunden und nicht zutreffend. Es geht hier darum, "fiebersenkende Mittel" generell nicht unkritisch anzuwenden.